| Brüchige
Barbies
Plastik ist keineswegs so
unverwüstlich wie angenommen. Besonders betroffen vom Verfall sind
ausgerechnet frühe Schönheitsidole:
Barbie-Puppen aus den fünfziger
und sechziger Jahren. Bei den begehrten Sammlerstücken aus PVC
beginnt nach rund zehn Jahren ein fataler Zersetzungsprozess, hat Yvonne
Shashoua, Konservatorin am Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen,
herausgefunden.
Grund dafür ist die
Chemikalie Dibutylphthalat, die der Hersteller dem brüchigen
PVC zufügte, um es geschmeidiger zu machen.
Die giftige Substanz bildet
nach einiger Zeit auf der Plastikhaut tränenförmige Absonderungen.
Zudem entsteht bei der Zersetzung ein ätzendes Gas, das mit den Kupferohrringen
der Puppe reagiert und ihre Wangen mit grünen Flecken verunziert.
Die Krönung des Horrorszenarios: Mit zunehmender Verwitterung nimmt
der Kunststoffkörper der Miniatur-Blondinen zunächst eine gelbe,
später eine braune und im Endstadium sogar eine schwarze Farbe an.
Derzeit arbeitet Shashoua
an einer speziellen Beschichtung, die in die Jahre gekommenen PVC-Puppen
die Schönheit bewahren soll. Hilft das nicht, kann man die vergänglichen
Barbies nur noch auf Eis legen: Bei minus 20 Grad wird der Verfallsprozess
immerhin verlangsamt.
Der Spiegel Nr 36/2000 |
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Dibutylphthalat
ist ein Ester aus
Benzen-1,2-disäure
("Phthalsäure")
und n-Butanol:

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Phthalate werden als
Weichmacher
in Kunststoffen eingesetzt
und
sind im Tierversuch cancerogen.
PVC ist ein umstrittener
Kunststoff,
da er Chlor enthält:
(siehe
auch: PVC - 4. Klasse)
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